3. März 2019 – Brooklyn

Zum Einklang erstmal ein paar Bilder vom Grand Central Terminal, dem Hauptbahnhof in New York. Dort bin ich heute erstmals in die U-Bahn gestiegen um nach Südmanhattan zu fahren.

We come from Brooklyn! Ok, ich bin kein Leningrad Cowboy, und der Führer meiner ersten Walking Tour heute auch nicht, aber der kam definitiv aus Brooklyn, redete wie ein Wasserfall und klang, naja, wie ein Mafioso. Ich hab’s ganz gut verstanden aber einigen Mitreisenden dürfte es schwerer gefallen sein. Er war außerdem ein absoluter Lokalpatriot, der von Manhattan gar nichts hält und Brooklyn für die beste Stadt Amerikas. Er hält es mit Truman Capote: „I live in Brooklyn. By choice.“

Angefangen hat die Tour trotzdem in Manhattan und zwar beim Rathaus, denn ziemlich genau da geht die Brooklyn Bridge los.

Zusammen mit unserem Führer sind wir dann alle über die Brooklyn Bridge marschiert. Wichtigste“r“ Erbaue“r“ war übrigens eine Frau: Emily Warren Roebling. Ihr Schwiegervater war der Initiator der Projekts, starb aber in den ersten Tagen des Baus. Ihr Mann, sein Nachfolger, hatte einen schweren Unfall und konnte den Bau nur von seinem Krankenbett per Fernglas verfolgen. Vor Ort war Emily, sie wird auch auf der Brücke als erste genannt.

Auf der anderen Seite sind wir dann durch Brooklyn Heights gelaufen. Das ist das unglaublich teure Viertel auf der anderen Seite des Flusses, ursprünglich erbaut von reichen Händlern aus Neuengland. Nach dem Krieg lebten hier quasi alle wichtigen Schriftsteller: Norman Mailer, Truman Capote, Arthus Miller (mit Marilyn Monroe), etc. Dabei sehen die Häuser gar nicht zu spektakulär aus, sie stehen alle unter Denkmalschutz. Aber unter substantiellen zweistelligen Millionenbeträgen geht hier nix – für eine Wohnung, wohlgemerkt.

Der Charme der Gegend liegt natürlich in den Aussichten:

Danach waren wir noch in DUMBO, was für „Down under the Manhattan Bridge Overpass“ steht. Einst eine total runtergekommene postindustrielle Gegend, dann wurde sie hip, dann wurde sie reich.

So sieht es da aus. Wer genau hinschaut kann durch die Pfeiler der Brücke das Empire State Building sehen.

Das Ganze waren ca. 3,5h Fußmarsch. Und danach habe ich mir noch eine weitere Tour gegeben, nämlich durch Bushwick. Das ist so ziemlich das Gegenteil von Brooklyn Heights, aber ebenfalls Teil von Brooklyn. Man sollte hier meinen, alte Männer würden um brennende Mülltonnen herumstehen und Gangster sich gegenseitig und ihre Nachbarn abknallen, aber selbst hier hat sich New York total beruhigt und stabilisiert. Von Gentrifizierung kann man hier aber nur im Sinne des Anfangs eines solchen Prozesses reden: alles voller Künstler, die die postindustrielle Gegend für ihre Zwecke nutzen.

Sinn und Zweck der Tour war die Street Art. D.h. Graffiti, also „Schriften“ von Spühkünstlern, meistens ihr Name oder andere Aussagen. Davon gibt es hier sehr viele: in manchen Fällen illegal, aber geduldet und in anderen legal in Absprache mit dem Besitzer:

Und außer den Graffiti gibt es noch jede Menge Murals, also Wandgemälde. Quasi alle legal, denn dafür braucht es mehr Zeit, das geht nicht in Nacht und Nebel.

Dieser Künstler möge bitte auch meine Garagentür verzieren.
Zu guter Letzt: „Trumpty Dumpty“ von Ron English. Die Farbbeutelwürfe sind nicht Teil des ursprünglichen Werks.

Das waren dann insgesamt gut sechs Stunden walking tour und ich entsprechend fertig. Morgen geht es nach Ellis Island!

Ein Gedanke zu „3. März 2019 – Brooklyn“

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