24.12.2019: Kerameikos und Olympeion

Als stolzer Besitzer eines Kombitickets für die verschiedenen archäologischen Stätten Athens muss ich mich beeilen: denn das Ticket ist zwar einige Tage gültig und insgesamt günstig, aber am 25. und 26.12. sind die Stätten alle zu. Drum habe ich heute noch zwei Stätten abgeklappert, siehe Überschrift.

Kerameikos ist der Randbezirk des antiken Athen, hier war eins der Tore und hier verlief die Stadtmauer. Außerdem gab es einen Friedhof, der unmittelbar außerhalb der Mauern verlief. Das Viertel selbst ist nach den vielen Töpferwerkstätten benannt, die hier waren.

Wie gesagt ein Friedhof.
Aber nicht alle Gräber sind gleich. Dies ist die prunkvolle Grabstele eine gewissen Dionysos Kollytos aus den 4. Jahrhundert v. Chr.
Hier die Stierdarstellung im Museum. Mir war nicht ganz ersichtlich, ob das Original auf dem Grab oder im Museum ist.
Noch eine prächtige Grabstele, die des Dexileos. Der junge Kavallerist kam 394 v. Chr. im Kampf gegen die Spartaner um.
Hier nochmal in groß.
Die Grabstele der Dame Hegeso aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. Auf Bildhauerei verstanden sich die alten Athener.
All diese Stelen liegen an der sog. „Straße der Gräber.“
Zwischen den Gräbern wachsen Olivenbäume, die reichlich Früchte tragen. Das ist übrigens auch an den Hängen der Akropolis so. Nur: da fallen die Oliven zu Boden und machen den ohnehin glatten Boden extrem glitschig!
Das hier sind die Überreste des „Heiligen Tors“ durch das Pilger und Priesterinnen die Stadt verließen.
Das Heilige Tor von der anderen Seite.
Hier das Prachtgebäude Pompeion, wo wichtige Prozessionen vorbereitet wurden. Wohlgemerkt: gemeint sind die Ruinen im Vordergrund, nicht die Kirche im Hintergrund.
Hier nochmal das Pompeion von der anderen Seite, da kann man die Ausmaße besser erahnen.
Im angegliederten Museum werden auch Statuen aus archaischer Zeit gezeigt, die teils sogar von den Athenern bei neuen Bauten regelrecht „untergepflügt“ wurden. Diese Sphinx saß wohl aber oben auf dem Heiligen Tor. Ägyptische Einflüsse sind kaum von der Hand zu weisen.
So auch bei dieser Gestalt, finde ich.

Zweites Ziel war das Olypeion, der Tempel des Zeus. Quasi der Kölner Dom Athens: Baustart 515 v. Chr., Bauende 131 n. Chr. Was zukünftige Archäologen wohl über den BER sagen werden?

Der Zeustempel war standesgemäß für den Chefgott…
…ordentlich groß…
…hielt aber nicht so gut…
..wie der des Handerwerkergottes Hephaistos.
Aber die Aussicht vom Gelände ist beeindruckend. Man beachte das sog. Hadrianstor im Vordergund.

Überrascht war ich, dass es auf dem Gelände wohl auch einen Tempel für Zeus‘ Eltern Kronos und Rhea gab, zu dem man a) aber nicht hinkonnte und b) von dem auch nur wenig übrig ist. Rhea sehe ich ja ein, aber Kronos? Immerhin musste Zeus seinen Vater Kronos erschlagen, nachdem dieser alle von Zeus‘ Geschwistern aufgefressen hatte. Die Eltern-Kind-Beziehungen der griechischen Götter waren gerne mal schwierig. Fragt mal die Athene…

Heue Abend mache ich noch eine Food Tour und morgen eine free walking tour, die angeblich tatsächlich auch am 25.12. stattfindet. Aber insgesamt lasse ich es an den beiden Weihnachtsfeiertagen ruhig zugehen, da hat hier auch fast alles dicht.

Ich wünsche allen frohe Weihnachten!

Ein Gedanke zu „24.12.2019: Kerameikos und Olympeion“

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