Auf in den Westen von Texas! Bei einer langen Autoreise durch Texas wird einem erst richtig klar, wie riesig der Staat ist und wie unterschiedlich die Klimazonen sind. Der Osten bei Houston ist quasi wie Lousiana, grün und feucht. Die Mitte ist hügelig und vielfältig. Und wenn man dann einige hundert Kilometer nach Westen fährt, dann wird es auf einmal wie in New Mexico, Colorado, oder Utah: viel Steppe, sehr trocken und sehr dünn besiedelt. Und wohlgemerkt sind wir gar nicht in den extremen Westen von Texas bei El Paso gefahren.
Auf der Fahrt haben wir auch die Energiewende auf texanisch beobachten können: Windkraft und Ölabbau gleichzeitig, wenn auch nicht ganz an derselben Stelle.





Balmorhea State Park
Unser erstes Ziel nach ca. 6h Fahrt (mit einer Übernachtung im Nirgendwo dazwischen) war der Balmorhea State Park. Das liegt im absoluten Off, allerdings nur ca. 5 Meilen von der Autobahn I-10 entfernt. Hier lebt die Wüste, denn es gibt eine fantastische Ansammlung von reinstem Quellwasser aus den Bergen, die während des New Deals 1935 zu einem Naherholungsgebiet ausgebaut wurde. Das Resultat: das absolut spektakulärste Naturfreibad, das man sich vorstellen kann. Im kristallklaren, angenehm temperierten Wasser schwimmen Unmengen kleiner Fische, die sich null an den Badegästen stören, sowie einige größere Fische, die eher auf Distanz bleiben und angeblich auch Schildkröten, die ich aber nicht gesehen habe.





Bevor man die Quelle zu einem Freibad ausbaute, wurde das Wasser in kleinen Kanälen zur Bewässerung der Landwirtschaft geleitet. Diese Kanäle verschwanden mit dem Schwimmbad zunächst, was das Ökosystem ziemlich durcheinander brachte, aber man hat sie seit den 1970er Jahren wieder restauriert.





Carlsbad Caverns National Park
Dann haben wir tatsächlich Texas verlassen und einen Abstecher in das östliche Grenzgebiet von New Mexico gewagt, auch wenn uns das plötzlich in eine andere Zeitzone katapultierte. Hier ist der Carlsbad Caverns National Park, der natürlich für seine titanischen Höhlen berühmt ist. Da gehen wir morgen auch noch rein, aber heute kamen wir für das „Abendprogramm“, nämlich den Aufbruch der Fledermäuse. Die haben extra ein Amphitheater beim großen Höhlenausgang gebaut, damit man bei Sonnenuntergang der Start der hunderttausenden Fledermäuse beobachten kann. Es sind zwar noch nicht so viele, das werden im Sommer Unmengen, aber wir sind nach einer knappen halben Stunde Fledermausballet gegangen, weil es zu dunkel wurde. Es waren etwas weniger Fledermäuse als in Austin, dafür saß man näher dran und in einem viel hübscheren Setting. Leider durfte man nicht fotografieren: es herschte absolutes Elektronikverbot und Schweigepflicht. Daher hier nur ein paar Aufnahmen vom Drumherum:







