Warum fährt man nach Dallas? OK, es gibt zwei potentielle Gründe. Entweder die Fernsehserie aus den 1980er Jahren, an die Doro sich aber nur wenig erinnert und die ich nie wirklich gesehen habe. Es gäbe immerhin durchaus die Southfork Ranch anzusehen. Aber für uns war vor allem das Kennedy-Attentat Grund für den Abstecher nach Dallas. Heutzutage gibt es da Touren und die gesamte Innenstadt ist als historisches Ensemble geschützt, so dass man sich wirklich ansehen kann, wo die Tragödie passierte.
Das war nicht immer so: in den Jahren und Jahrzehnten nach dem Attentat wollte die Stadt Dallas so schnell wie möglich vergessen, was passiert war und teilweise leugneten die Leute aus Dallas auch ihre Herkunft, weil sie z.T. angefeindet wurden. Es gab sogar Pläne, die gesamte Innenstadt abzureißen und neu zu entwickeln, aber dafür fehlte das Geld. Und später setzte ein Sinneswandel ein und man hat sich für den Schutz der historischen Städten entschieden.
Wir haben eine sehr interessante, dreistündige Tour mit einem lokalen Historiker gemacht. Der erläuterte einem nicht nur den genauen Ablauf des fatalen Tages, 22.11.1963, sondern auch warum Kennedy in Dallas war (Werbung um Wahlkampfspenden), die Lebensgeschichten von Lee Harvey Oswald und Jack Ruby und auch wie Oswald nach der Tat zurück in seine Unterkunft ging, sich umzog und wohl auf dem Weg zu einem Fernbus einen Polizisten erschoss, bevor er sich in ein Kino flüchtete und dort festgenommen wurde. Der Guide erklärte auch, an welchen Stellen der Warren Report und der spätere Bericht des Untersuchungsausschusses widersprüchlich sind oder Fragen offen lassen, ohne aber eine bestimmte Verschwörungstheorie zu verfolgen. Alles sehr lehrreich, wobei man wohl den Tatverlauf nie so 100% wird klären können – zu sehr waren die verschiedenen Ermittlungsbehörden auf ihre eigenen Interessen bedacht und zu schludrig wurde mit dem Beweismaterial umgegangen.


Aber wie der Tour Guide meinte: schlimm genug, dass der Präsident in Dallas ermordet wurde. Noch schlimmer, dass dies unmittelbar am Gründungsort und historischen Zentrum der Stadt geschah.




Jetzt aber zu den eigentlichen Stätten des Attentats:




Im Modell sieht man die Schusslinie:


Nun gibt es seit jeher Zweifel, dass Oswald in der kurzen Zeit von 5,7 Sekunden drei (oder sogar vier) Schüsse abgeben konnte. Daher gibt es die Verschwörungstheorie, dass es einen zweiten Schützen gegeben haben könnte, mutmaßlich auf dem „Grassy Knoll“ (links unten im unteren Bild vom Modell).


Weitere Perspektiven auf das Attenat:





Aber ob es nun einen zweiten Schützen gab oder nicht: dass Oswald auf JFK schoss, ist (einigermaßen) unstrittig.





Von der Herberg aus eilte Oswald zu Fuß wohl Richtung Bushaltestelle. Auf dem Weg wurde er von einem Polizisten angehalten, den Oswald nach kurzem Gespräch erschoss. Auch darum ranken sich zahlreiche Verschwörungstheorien. Danach versuchte er sich in einem Kino zu verstecken, aber die Kassiererin rief die Polizei, weil er nicht gezahlt hatte. Dort wurde Oswald festgenommen.
Aber zwei Tage später wurde er vom Nachtklubbesitzer Jack Ruby im Keller des Polizeigebäudes beim Transfer zum Gefängnis erschossen. Wer sich jetzt wundert, wie Ruby in den Keller kam: es waren Unmengen an Presse dort, völliges Tohuwabohu.

Aber wer hätte es gedacht? Bei unserer Besichtigung von Dalls erzielten wir einen Durchbruch bei der Aufklärung des Kennedy-Attentats! Denn an allen relevanten Stellen war da ein höchst verdächtiger Kerl mit einem zerknautschten weißen Hut! Warum unternimmt das FBI nichts? Der Kerl war überall!





Leider waren wir zu hungrig, um ihn zu verfolgen. Daher sind wir in ein Barbecue-Restaurant eingekehrt.


