24.03.2026 – Houston

Nach ca. 12h Flug, der dank Premium Economy durchaus erträglich war, sind wir leicht verspätet in Houston angekommen. Allen Unkenrufen zum Trotz war die Immigration ganz normal. Wir standen ca. 45 Minuten an, weil recht viel los war, aber die Interaktion mit dem Einreisebeamten war wie immer freundlich und professionell. Keine ICE-Agenten, die Somaliern auflauerten und womöglich aus Langeweile ein paar Deutsche hopp nehmen. Das Gepäck kam auch gut an.

Das eigentliche Problem bei der Ankunft war gänzlich unerwartet: es war erstaunlich schwierig, den Shuttlebus zum Mietwagencenter zu finden. Bis zum Terminalausgang war der Shuttlebus ausgeschildert und dann: nichts mehr. Mit einigem Rumfragen haben wir dann doch die richtige Haltestelle gefunden und nach einiger Wartezeit kam dann auch ein Bus, der uns zu den Mietwagenanbietern brachte. Dort wiederum hatten wir Glück: bei Avis und Hertz waren lange Schlangen – wie wir später erfuhren, hatte zumindest Hertz nicht genug Autos um alle Reservierungen zu bedienen. Wir aber wiederum hatten bei Alamo gebucht (logisch, welchen anderen Mietwagenanbieter will man in Texas denn nehmen?) und bekamen in Kürze einen Toyota Camry, der tatsächlich noch ein Stück größer ist als der eigentlich gebuchte Corolla, was sich vor allem beim Kofferraum bemerkbar macht.

Dann sind wir ca. 15 Minuten zum Hotel gefahren, haben eingecheckt, was auch nicht ganz einfach war, weil die Kerle an der Rezeption wohl die Buchung nicht finden konnten, aber irgendwann ging es doch. Danach war außer duschen und ins Bett gehen nicht mehr viel drin.

Dank Jetlag sind wir beide früh aufgewacht und waren um kurz vor 6.00 beim Denny’s gegenüber des Hotels. Da wir beide am Vorabend keinen Appetit und keinen Nerv zum Essen mehr hatten, haben wir uns ein Full American Breakfast gegönnt:

Doro hatte Blaubeerpfannkuchen mit Obst und Eier, Speck und Hashbrowns als „Beilage“…
…und ich hatte erstmals in meinem Leben einen „Seniorenteller“ (die gibt es da ab 55 Jahren): zwei Pfannkuchen, Rührei mit Käse, Speck und Würstchen für $6.90 (vor Steuer und Trinkgeld). Also zumindest bei Denny’s ist die „affordability“ der Lebenshaltung noch in Ordnung.

Cockrell Butterfly Center

Der Urlaub beginnt mit für Texas frühlingshaften, für München sommerlichen Temperaturen: 29 Grad Höchst-, 19 Grad Mindesttemperatur. Wer sich Texas nun vorstellt wie im Western-Film, liegt nicht falsch, aber das gilt nur für Westteexas. In Osttexas (z.B. Houston) ist alles grün, es ist eher wie in Louisiana und New Orleans, die ja auch nicht so weit weg sind. Es gibt auch diese typischen Südstaaten-Bäume an den Straßen, allerdings mit weniger hängendem Moos an den Ästen.

Unser erstes Ziel war das naturkundliche Museum von Houston, allerdings nicht wegen der Hauptausstellung, sondern wegen der Schmetterlingsvoliere. Dafür sind wir mit dem Auto durch die Innenstadt von Houston gefahren und dann noch ein wenig weiter südlich zum Hermann Park. Dieser ist sehr groß und grün.

Gründervater Sam Houston hat uns den Weg gewiesen.
Hier blühen auch die Bluebonnets, die Staatsblume von Texas, die es zu dieser Jahreszeit in Massen gibt, wir hoffen später, große Wiesen damit zu sehen.

Aber auch sonst blüht allerhand:

Aber das eigentliche Ziel war eben das Cockrell Butterfly Center, wo sie über mehrere Stockwerke eine Art Mini-Regenwald gebaut haben, wo sich die Schmetterling und einige Vögel tummeln. Vorher gibt es eine naturkundliche Ausstellung über die faszinierende Welt der Gliederfüßer.

Inklusive beachtlicher lebender Spezimen…
…und bedrohlicher Momente.
Aber hauptsächlich geht es um Schmetterlinge. Hier ein paar präparierte Exponate, aber sie haben auch riesige Schmetterlings-Kitas mit Unmengen von Puppen.

Und natürlich lebende, adulte Exemplare verschiedener Spezies. Hier hat sich das 70-300 mm Teleobjektiv bewährt.

San Jacinto Monument

Danach haben wir eine minimale Menge an Texas-Geschichte gemacht. Ich erwähnte oben Sam Houston, das war der militärische Anführer der texanischen Revolution gegen Mexiko 1835-36. Diese lief erstmal gar nicht gut für die Texaner, dazu werde ich beim Alamo (San Antonio) noch mehr schreiben. Aber nach verheerenden Niederlagen und aufreibender Flucht gab es dann doch Erfolge, und bei San Jacinto südöstlich von Houston (das es als Stadt damals natürlich noch gar nicht gab), siegten die Texaner über eine zahlenmäßig überlegenes mexikanisches Heer und konnten sogar Antonio López de Santa Anna, den Kommandanten der Mexikaner und insgesamt der Gottseibuns der Texaner, gefangen nehmen. Hauptsächlich weil Santa Anna taktischen Bockmist gebaut hatte und weil die Texaner das Gelände wesentlich besser kannten und ausgenutzt haben.

Wir hatten wenig Zeit und es gibt da auch nicht viel zu sehen, zumal das Museum geschlossen hatte. Aber hauptsächlich ging es auch darum, am historischen Ort gewesen zu sein, und natürlich das Monument zu sehen:

Logischerweise Texas-sized, also riesig. Man beachte den einsamen Stern an der Spitze. Der Lone Star ist seit der Revolution das Symbol von Texas.
Closeup auf den Sockel.

NASA Space Center Houston

Nächstes Ziel: das Space Center Houston, die Schalt- und Kontrollzentrale der NASA, auch wenn die Raketen von Florida aus starten. Hier gibt es auch ein tollen Museum und Erlebniszentrum mit beeindruckenden Exponaten, aber das riesige Gelände mit Dutzenden sehr hässlichen Bürogebäuden ist nach wie vor die Schaltzentrale der NASA.

Es gibt nicht nur ein Museum, sondern man kann auch mit einem Bähnle zu verschiedenen Exponaten und Gebäuden fahren.

Das größte Exponat ist eine vollständige Saturn V Rakete, also der Raketentyp der Apollo Missionen:

Auf demselben Gelände stehen kleinere Raketen und ein Triebwerk der mittleren Apollo-Stufe:

Auf der anderen Straßenseite weidet eine Herde Longhorns (Teil eines pädagogischen Projekts).

Herzstück von allem ist aber das historischen Kontrollzentrum der Apollo-Missionen, das originalgetreu erhalten ist. Nur der dritte Stock ist Teil des Museums, das restliche Gebäude ist aktiv. Im ersten Stock ist das aktive Kontrollzentrum der Internationalen Raumstation ISS.

Wenn man mit dem Bähnle zurück kommt, sieht man ein Space Shuttle (ein Modell) auf dem Transport-Jumbojet (echt)

Im eigentlichen Museum gibt es ein Modell der alten Raumstation Skylab in Originalgröße. Dabei sind auch die Quartiere, inkl. Schlafkojen, Dusche und Unterdruck-Anlage für den Unterkörper (was das wohl sein mag???)

Hier ein Modell vom Mondlander.

Sie machen auch viel Werbung für die Artemis Mission, also die neuen Mondlandemissionen, die bis Ende der 2020er wieder Menschen auf den Mond bringen soll.

In der Kantine gibt es leider keine Astronautennahrung, dafür ein leckeres Reuben-Sandwich.
Aber immerhin kann man sich seine eigene Skittles-Mischung mixen.

Next Stop: Galveston, Texas.

3 Kommentare zu „24.03.2026 – Houston“

  1. Wow ja tolle Schmetterlinge, aber Houston space Center ist auch toll. Kleine und große Flieger 😉 Bin ja mal gespannt, der Einstieg sieht schon Mal phänomenal aus! Viel Spaß weiterhin!!

  2. Ich wünsch‘ Euch auch viel Spaß! Offenbar ist es wirklich die beste Reisezeit: Alles voller Blumen und Gräser! Und so ein Hammer Autofokus. Nichts ist unscharf bei geringster Tiefenschärfe. Am allerschönsten ist in meinen Augen das T-Shirt von Doro an dem Ort, wo das offene Ohr ist. Ob die Rechen-Ladies zusammenlaufen, um die Wahrscheinlichkeit des Erfolgs von Problemlösungen zu quantifizieren, wie damals, als die bedrohliche Havarie zu überstehen war??

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