09.04.2026 – La Grange

Der Urlaub neigt sich dem Ende zu und wir haben beschlossen, in den letzten Tagen New Braunfels zu unserer Basis zu machen und von dort aus einige Ausflüge in das Hill Country zu machen.

Unser erstes Ziel heute war La Grange, ca. 90 Minuten mit dem Auto entfernt. Warum? Weil

a) ZZ Top einen Song über den Ort geschrieben hat
b) sich dort die Chicken Ranch befand, „The Best Little Whorehouse in Texas“
c) hier trotz des französisch anmutenden Namens (benannt nach dem Anwesen des Marquis de Lafayette) ein Zentrum der deutschen und tschechischen Besiedlung von Texas war?

Die Antwort ist

d) weil hier das The Texas Quilt Museum ist

Bereits von der Seite unschwer zu erkennen.

Direkt nebenan ist ein Patchwork-Laden:


Statt solcher textilen Freuden habe ich ich mich mehr im Städtchen rumgetrieben, das tatsächlich recht schmuck, wenn auch sehr kompakt ist.

Das Gerichtsgebäude…
…mit einem schönen Innenhof.
Hier das „Casino“, das die deutschen Siedler keineswegs für das Glücksspiel, sondern vielmehr als Schule und Gemeindezentrum bauten.

Hauptsächlich habe ich mich im Depot Museum and M-K-T Railroad Depot aufgehalten. Das ist ein (längst stillgelegter) Bahnhof von 1897, einst der ganze Stolz von La Grange, die Bewohner investierten eigenes Geld, damit die Eisenbahn auch in ihre Stadt kam.

Normalerweise hätte ich da nicht mehr als zehn Minuten verbracht, aber ich fiel dem Kurator des Museums in die Hände. Als er erfuhr, dass meine Schwester im Quil-Museum ist, ging er davon aus, dass ich unendliche Zeit habe und erzählte mir sowohl die Geschichte des Bahnhofs als auch seines Lebens. War durchaus interessant, aber irgendwann habe ich mich dann doch losgeeist.

Zum Essen waren wir in einem Dairy Queen, einer Institution des ländlichen Amerika, wo sie uns bewiesen haben, dass Fast Food keineswegs schnell gehen muss… Aber die Burger waren OK und die Limonade tatsächlich sehr gut.

Danach waren wir noch an einem historischen Ort in der Nähe, den Kreische Brewery & Monument Hill State Historic Sites. Heinrich Ludwig Kreische kam 1849 nach Texas und verdingte sich zunächst als Steinmetz. Mutmaßlich hat er auch das (ziemlich hässliche) Denkmal gebaut, das der Texianer aus der Zeit der Republik gedenkt, die bei einem mexikanischen Angriff 1842 gefangen genommen wurden und von den Santa Anna jeden zehnten hinrichten ließ. Sie haben sogar das Wort „decimate“ correct verwendet, das im heutigen Sprachgebrauch eher mit „völliger Vernichtung“ als mit der Tötung jedes zehnten gleichgesetzt wird. Kreische kaufte dann auch das Land, auf dem das Denkmal stand, aber nicht um seine Arbeit zu schützen, sondern weil er von Steinmetz auf Brauer umsattelte und das Land gutes Brauwasser hatte und die Möglichkeit bot, Lagerbier in kühlen Kellern zu fermentieren. Leider ist von der Brauerei nur noch eine Ruine übrig. Kreisches Anwesen hat besser überlebt.

Hier die Ruinen der Brauerei fast direkt neben dem Fluss. Angeblich wollen Sie demnächst den Ausschank einer Mikrobrauerei hier ansiedeln.

Morgen geht es nach Cuero, in der Hoffnung nochmal richtig viele Wildblumen zu sehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert