Heute habe ich noch eine Tour zum Thema Vilnius zu Sowjetzeiten gemacht – so etwas wird in vielen ehemaligen Ostblockstädten angeboten. Dabei sieht man nicht nur Brutalismus-Architektur und erfährt mehr darüber, wie die sowjetische Unterdrückung sich vor Ort auswirkte, sondern man kommt auch aus der Altstadt und den touristischen Gebieten raus.
Hier erst nochmal ein paar Ansichten, die nichts mit der Sowjetunion zu tun haben:



Hier nun aber die Highlights der Sowjet-Archtitektur:








Eine Erfahrung, die alle baltischen Staaten gemeinsam hatten, war die Deportation – bis zu 10% der Bevölkerung wurde zwischen 1944 und 1990 nach Sibirien verschleppt, hauptsächlich in der Stalinzeit.
Logischerweise ist man in den baltischen Staaten nicht auf sowjetische und russische Symbole erpicht. Die Marx und Lenin-Statuen sind schon seit Anfang der 1990er Jahre weg, aber so manches stand noch länger. Die Annexion der Krim 2014 und natürlich die Ukraine-Invasion 2022 führten aber noch zu weiteren Konsequenzen.



In Litauen ist das Problem mit der russischsprachigen Bevölkerung weniger ausgeprägt als in Lettland oder Estland. Hier sind es nur 5% russischsprachige Litauer, die alle (anders als in Estland und Lettland) eine Staatsbürgerschaft erhielten. Inzwischen ist der Prozentsatz zwar gestiegen, aber hauptsächlich durch Flüchtlinge aus Belarus und der Ukraine, die kaum der Nähe zu Moskau verdächtig sind.
So, jetzt noch etwas Food Porn:





Mittlerweile ist Freitag, am Abend geht mein Flug zurück nach München. Glücklicherweise kann ich bis Nachmittags in der Ferienwohnung bleiben, so dass alles ganz entspannt ist.
Sehr schön, Hüni. Vielen Dank für Eindrücke und schöne Bilder!