06.01.2026 – Bucht von Matsushima

Der letzte große Tagesausflug führte mich nördlich von Sendai zur Bucht von Matsushima – siehe auch die Karte. Diese ist berühmt für ihre landschaftliche Schönheit, vor allem die über 200 mit Kiefern bewachsenen Inseln in der Bucht.

So in etwa kann man sich das vorstellen.

Traditionell betrachtet man die Bucht von einem von vier umliegenden Hügeln, aber das war mir zu aufwändig. Auch die japanischen Besucher machen vor allem eine Bootsrundfahrt durch die Bucht und ich habe es ihnen gleichgetan. Das Wetter war recht wechselhaft – je nach Blickrichtung und Moment hatte man blauen Himmel oder eher graue Wolken.

Auf zwei der Inseln kann man auch über Brücken hingehen. Eine der Brücken ist sehr kurz, die andere sehr lang (und kosten 200 Yen Brückenzoll).

Der tückische Plan!

Ich schrieb ja bei Miyajima, dass ich da vor allem nochmal hin bin, weil ich einen tückischen Plan habe. Und nun soll er enthüllt werden. Es gibt die drei berühmten „drei schönsten Landschaften (bzw. Ausblicke) Japans„:

  • die heilige Insel Miyajima mit dem schwimmenden Tori des Itsukushima-Schreins
  • Amanohashidate mit der großen Sandbank, der sog. Himmelsbrücke
  • die Kieferninseln der Bucht von Matsushima

Nun habe ich es geschafft, alle drei auf einer Reise zu sehen:

Das schwimmende Tori von Miyajima
Die große Sandbank von Amanohashidate
Die Kieferninseln von Matsushima

Darüber hinaus habe ich (nicht nur auf dieser Reise) die drei großen Gärten Japans (plus den inoffiziellen vierten) gesehen, die vier größten Städte (Tokio, Yokohama, Osaka, Nagoya), die fünf als nationale Schätze deklarierten Burgen Japans und die drei ursprünglichsten Schreine (Ise, Izumo, Sumiyoshi). Miho nennt mich „professional tourist“, da ist vielleicht was dran.

Jetzt fehlen nur noch die drei Ringe der Elben und die sieben Ringe der Zwerge. Den einen Ring will ich nicht und die neun Ringe der Menschen auch nicht, die korrumpieren alle nur. (OK, die sieben Ringe der Zwerge auch, aber die machen wenigstens reich).

Die kulinarischen Spezialitäten von Matsushima bzw. Sendai sind Austern und Rinderzunge. Welches soll ich nur essen? Einfach beide!

Japan in vollen Zügen genießen

Am frühen Nachmittag fing es dann an zu regnen und ich fuhr früher als geplant zurück nach Tokio. Dadurch musste ich dann aber einen der wenigen unreservierten Waggons in einem der langsameren Shinkansen nehmen. Das war ein Fehler: die Rückreisewelle nach Neujahr dauert immer noch an, d.h. die erste halbe Stunde musste ich im Zug stehen, bevor ich (mit viel Glück) für den Rest des Weges einen Sitzplatz ergattern konnte.

Dafür hatte ich dann in Tokio aber noch Zeit, eins meiner Lieblings-Sento, das Haginoyu in Uguisudani aufzusuchen. Vorher nahm ich noch eine Zwischenmahlzeit zu mir: am Bahnhof Ueno gibt es innerhalb der Shinkansen-Gates einen Ramen-Automaten. Der kocht einem eine Schüssel Ramen innerhalb von 90 Sekunden mit einer Dampftechnik.

Das war jetzt kein ultimativer kulinarischen Höhenflug, aber durchaus schmackhaft. Vor allem die Konsistenz der Nudeln war perfekt: genau die richtige Mischung aus Bissfestigkeit und Elastizität. Das waren keine Instant-Ramen, sondern punktgenau erhitzte. In keinem Ramen-Laden hatte ich welche mit besserer Konsistenz.

Nach dem Bad im Sento gönnte ich mir noch Hoppy mit Shochu, also Malzbier mit Schnapps. Eigentlich traditionell ein arme-Leute-Drink (weil billiger als Bier) aber heutzutage wieder retro-populär. Ich mag’s.

Abends war ich dann noch mit Miho Okonomiyaki und andere Leckereien essen:

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