Kobe
Kobe ist so nah an Osaka, dass es sich gar nicht lohnt, den Shinkansen zu nehmen, denn dafür müsste man nach Shin-Osaka fahren und der „alte“ Bahnhof Osaka mit dem Regionalzug ist deutlich näher.
Kitanocho bzw. Ijinkan-gai
Gerne wäre ich Kobe in das Erdbebenmuseum gegangen, aber das hat sich leider schon in die Neujahrspause verabschiedet. Stattdessen bin ich nach Kitanocho gepilgert. Dort siedelten sich nach der erzwungen Öffnung Japan 1854 europäische Händler an. Sie bauten ihre Häuser an den Hang eines Berges – mutmaßlich wegen der besseren Luft und Aussicht. Die Gegend wurde dann als Ijinkan-gai, die Foreigner Houses bekannt und ist heutzutage eine der Sehenswürdigkeiten von Kobe. Ich zeige die Bilder mal relativ unkommentiert:
















Kobe Beef
Aber eigentlich war ich in Kobe, um dort das berühmte Kobe Beef zu essen. Das ist strikt reguliert und ziemlich teuer, aber eben von höchster Qualität. In Kobe gibt es eine Anzahl von Restaurants, die Kobe Beef servieren, aber für fast alle braucht man eine (nicht einfach zu bekommende) Reservierung. Also bin ich ins Steakland gegangen – eins der touristischsten Kobe Beef Restaurants, aber man braucht keine Reservierung und das Fleisch ist echt.
Leider war ich nicht der einzige mit dieser Idee. Obwohl ich nur ca. 15 Minuten nach Öffnung um 11.00 Uhr da war war schon eine ziemlich lange Schlange. Man musste eine Nummer ziehen und dann warten, in einer Art extrem chaotischen Vorhölle. Fühlte sich aber länger an, als es war, ca. 30 Minuten. Es werden dann immer Gruppen von sieben Gästen zusammengestellt und an einen Teppanyaki-Tisch geführt. Man kann aus verschiedenen Menüs mit unterschiedlichen Fleischgrößen und -qualitäten auswählen, dann geht es los.







Schmeckt tatsächlich so wie erwartet: zergeht auf der Zunge und hat einen intensiven, aber feinen Rindfleischgeschmack. Wenn das Anstehen nicht wäre, würde ich nochmal hinfahren. Denn der Preis von €46,- inkl. Beilagen ist jetzt nicht abschreckend, dafür kriege ich in Deutschland im Steakhaus nicht annähernd diese Qualität.
Arima Onsen
Nun gehört zum Stadtgebiet von Kobe auch ein Onsen-Städtchen namens Arima, erreichbar mit dem Vorstadtzug in ca. 30 Minuten. Wer mich kennt, weiß, dass ich da hin musste. Leider ging es da ähnlich rund wie im Steakhaus. In das eigentlich angestrebte Bad (ein Luxus-Spa mit Restaurants u.a.) bin ich gar nicht reingekommen bzw. ich hatte keine Lust, mehr als eine Stunde auf Einlass zu warten. Dafür bin ich dann ins Kin no Yu, das „goldene“ Bad, wo man in dem Wasser von einer der beiden heißen Quellen von Arima baden kann. (Die andere Quelle wäre im Gin no Yu, dem „silbernen“ Bad). Auch hier musst ich anstehen, aber nur ca. 10 Minuten, das ist OK.





Zurück nach Osaka bin ich dann mit dem Shinkansen gefahren, weil der Shinkansen-Bahnhof Shin-Kobe näher an Arima Onsen ist als der Regionalbahnhof. Und weil ich kann, schließlich muss ich meinen Regionalpass nutzen. Das Irre an den Shinkansen ist: die fahren auf dieser Strecke (die zur Hauptstrecke zwischen Tokio und Hakata gehört) wirklich alle paar Minuten. Um 15.30 kam ein Nozomi (für den ich eine Reservierung gebraucht hätte), um 15.34 (!) kam dann der Hikari mit unreservierten Sitzen. Am selben Gleis, wohlbemerkt. Und auf der Strecke Shin-Kobe nach Shin-Osaka ist der Nozomi auch nicht schneller, beide haben 12 Minuten Fahrzeit. Und in Deutschland fabulieren sie von einem „Deutschland-Takt“ von 30 Minuten…
Dotonburi
Am relativ frühen Nachmittag war ich zurück in Osaka und konnte eine Pause einlegen, bloggen und Bilder entwickeln. Abends zog es mich dann aber wieder raus, diesmal in die Ess- und Ausgehmeile Dotonburi, die in der bei Nacht wesentlich schicker ist als bei Tag. Aber auch deutlich voller, wobei es erträglich war. Einer der Gründe, warum ich das heute gemacht habe ist, dass es zu Silvester wahrscheinlich echt extrem wird.
Gegessen habe ich nicht bei einem der Restaurants mit den lustigen Fassaden, sondern bei Sushiro. Das ist der direkte Konkurrent von Kura Sushi, wo man Sushi und mehr mit dem Tablet bestellt und es per Fließband direkt an den Tisch kommt. Wartezeit war um 18.15 Uhr bei Null, sehr fein.




Fazit: Sushiro hat mehr Auswahl, aber bei Kura Sushi ist der Reis besser (und die Krabbe auch). Lecker war es allemal.
Hier nun Bilder von Dotonburi bei Nacht:





Ich habe auch eine „Kreuzfahrt“ von 20 Minuten auf dem Dotonburi River gemacht. Touristischer wird es nicht mehr, aber die Perspektive ist nochmal ein bisschen anders.







Und nun: Perspektiven auf den Glico-Mann:




Wer sich nun fragt, für was der eigentlich Werbung macht: Ezaki Glico ist ein japanischer Lebensmittelhersteller (vor allem Süßwaren). Heute kennt man sie vor allem für die weit verbreiteten „Pocky“ und „Pretz“ Produkte. (Pocki sind Keksstangen mit teilweisem Schoko- oder anderem Überzug. In Deutschland wird das als „Mikado“ vermarktet.)
Aber das ursprüngliche Produkt ist ein anderes. Ich zitiere Wikipedia: „Im Jahr 1919 entwickelte Riichi Ezaki ein Karamellbonbon mit aus Austern gewonnenem Glykogen. Das Karamellbonbon erhielt den Namen „Glico“, eine Abkürzung des englischen Wortes Glycogen. Am 11. Februar 1922 begann Riichi mit dem Verkauf von Glico-Produkten in der Mitsukoshi-Filiale in Osaka.“
Das Bonbon für Champions. Mahlzeit.