29.12.2025 – Amanohashidate

Weiter ging es nach Osten auf die andere Seite der Tango-Halbinsel nach Amanohashidate. Wer sich nun fragt, wo diese ganzen obskuren Orte wohl liegen mögen, findet ab jetzt im Menü links eine Karte. Oder einfach gleich hier:

Von Kinosaki Onsen fährt man nach Amanohashidate mit JR eine Station nach Toyooka, und dann geht es weiter mit der Kytotango-Eisenbahn. Das ist eine Privatlinie, die aber in meinen JR West Kansai Wide Area mit abgedeckt war. Soweit, so gut. Allerdings muss man sagen, dass das wirklich eine kleine Privatlinie ist.

Wirklich ganz klein: ein einziger Triebwagen. Der war aber rappelvoll, ich konnte von Glück sagen, dass ich noch einen Sitzplatz bekommen habe.

Und erstmals in Japan erlebte ich eine substantielle Verspätung von fast 15 Minuten. Der Zug fuhr einfach nicht los, auch zur Konsternierung des Fahrers und des Schaffners (ja, beide waren an Bord). Es gab auch keine Erklärung oder Entschuldigung, auch nicht auf japanisch. Ich nehme mal an, es war eine Signalstörung, zumindest wurde das Signal einfach nicht grün, bis es dann nach knapp 15 Minuten endlich umsprang und wir losfahren konnten.

Szenen von der Fahrt:

Amanohashidate bewirbt sich selbst als „Kyoto by the Sea“:

Der Witz ist, sie haben recht, obwohl Amanohashidate gut 2 Stunden mit dem Auto und 120 km nordwestlich von Kyoto liegt. Denn aus irgendwelchen verwaltungspolitischen Gründen gehört die ganze Gegend zur Präfektur Kyoto, genauso wie Kinosaki Onsen rechtlich zur Präfektur Hyogo gehört, zu der auch Kobe und ein erheblicher Teil der Metropolregion Osaka gehören (Osaka selbst ist seine eigene Präfektur). Wahrscheinlich sind da oben an der Nordküste von Honshu hin zum japanischen Meer einfach keine nennenswerten Städte, von denen aus man eine Präfektur verwalten könnte. Die nächste Präfektur nach Westen, Präfektur Tottori, hat zwar eine solche Stadt (nämlich das namensgebende Tottori), ist aber die Präfektur mit den wenigsten Einwohnern von ganz Japan.

Kurz und gut: in dieser Küstenregion steppt nicht gerade der Bär. Sollte man meinen. Doch in Amanohashidate war ganz schön was los. Warum fährt man da überhaupt hin? Nun, es gibt da eine berühmte Sehenswürdigkeit, nämlich die 3,5km lange Sandbank von Amanohashidate, die die Bucht von Miyazu vom Asoumi-Meer trennt. Und da drum herum Berge sind, kann von diesen einen sehr schönen Ausblick auf die Sandbank erhaschen.

Allerdings muss man da erstmal hoch. Natürlich gibt es eine Zahnradbahn und sogar einen Sessellift.

Für beides muss man aber ordentlich anstehen. Willkommen in Ischgl!
Aber allemal besser, als hochklettern – in diesem Fall gibt es sogar keinen Wanderweg als Alternative.
Droben ist dann ein Freizeitpark aus der Showa-Zeit. Aber deswegen fährt man nicht hoch.

Sondern wegen diesem Ausblick (in mehreren, minimal unterschiedlichen Variationen):

Auch bei der Fahrt nach unten hat man einen schönen Blick drauf:

Wieder drunten angekommen, war erstmal Zeit fürs Mittagessen. Aber überall waren ziemlich lange Schlangen und auch im Ramen-Lokal hieß es: 20-30 Minuten.

Also hatte ich einen schneller verfügbareren Sardinenburger. Gar nicht schlecht!

Logischerweise wollte ich dann auch über die Sandbank wandern, aber gerne nur eine Strecke. Also habe ich erstmal ein Schnellboot genommen, das mich für 600 Yen in ein paar Minuten auf die andere Seite brachte.

Und dann bin ich über die Sandbank wieder zurück spaziert. Da war es dann angenehm ruhig. Es waren ein paar andere Spaziergänger und ein paar mit Miet-Fahrrädern unterwegs, aber nicht allzu viele und es roch angenehm nach Kiefern. Wahrscheinlich jagen die Bustouren alle wirklich nur auf den Berg hoch und karren sie dann weiter.

Zurück auf der anderen Seite gab es dann noch einen Tempel, der tatsächlich mal flach war (und nicht am Berg). Allerdings ging es da dann schon wieder ziemlich zu.

Es war dann noch eine knappe Stunde bis zur Rückfahrt nach Osaka.

Wie schön, dass es ein kleines Sento direkt am Bahnhof gibt, das ich gleich besucht habe.

Nach dem Bad trinkt man traditionell Milch oder ein Bier. Milch gab es hier keine, also habe ich am Bahnhof ein Bier gekauft. Normalerweise trinke ich Kirin, behelfsweise Sapporo oder Asahi, aber am Bahnhofskiosk gab es nur Craft-Biere.

Immerhin hatte dieses Amber Ale eine wunderschöne Dose und schmeckte auch gut.

Nach ca. 2,5h Fahrt mit einmal umsteigen kam ich wieder in Osaka an. Zum Abendessen gab es erneut Yakitori, weil das Lokal direkt beim Hotel ist und insbesondere die Spieße mit Hühnerherz extrem lecker sind!

Ein Gedanke zu „29.12.2025 – Amanohashidate“

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