Takamatsu
Letzte Nacht habe ich einen nächtlichen Zwischenstopp in Okayama gemacht, weil dies viel besser als Ausgangsbasis für meinen heutigen Tagesplan ist: einen Ausflug nach Takamatsu auf der kleinsten der vier Hauptinseln, Shikoku. Von Okayama fährt man da nämlich mit den Marine Liner Rapid (ein Lokalzug, kein Shinkansen) über die Seto Ohashi Brücke über das Seto-Binnenmeer nach Shikoku und dort nach Takamatsu.
Meistens hat man die Brückenstreben zwischen sich und der Aussicht, was fürs Fotografieren nicht gut ist. Aber manchmal kommen auch kurze Abschnitte, wo es nur eine Art Geländer gibt und keine Stahlstreben, und von diesen Abschnitten stammen die Fotos (Hin- und Rückfahrt):






Warum also nach Takamatsu? Ich war 2014 bei der ersten Japanreise schon mal dort und es gibt dort eine Sehenswürdigkeit, die mich sehr beeindruckt hat: den Ritsurin Garten. Nun gibt es ja die drei berühmten japanischen Gärten Kenroku-en in Kanazawa, Koraku-en in Okayama (dazu später mehr) und Kairaku-en in Mito.
Ich war schon in allen drei. Der Kenroku-en ist für mich fraglos die Nummer eins, aber dieses Mal fahre ich nicht nach Kanazawa, das ich aber jedem Japanfahrer nur wärmstens ans Herz lege. Nummer zwei ist für mich aber der Ritsurin-koen, obwohl der gar nicht zu den „offiziellen“ drei schönsten gehört. Ich finde ihn (etwas) schöner als meine Nummer drei, den Koraku-en in Okayama. Der Kairaku-en in Mito mag gartenbaugeschichtlich hochbedeutend sein, weil er der erste für die Öffentlichkeit (und nicht nur für einen Daimyo) gebaute Garten war und somit den Grundstein für Japans heutige sehr ausgeprägte Parkkultur legte. Aber rein von der Schönheit her ist er nicht so spektakulär wie die anderen.
Ritsurin-koen
Für mich ist der Ritsurin-koen daher ohne weiteres einen zweiten Besuch wert. Wahnsinnig viel los war nicht, allerdings musste ich doch immer wieder zwei chinesischen Reisegruppen (die eine groß, die andere kleiner) taktisch ausweichen, aber das ging schon.

















Und zu guter letzt:

Zum Mittagessen war ich dann auch in demselben Lokal wie 2014. Sanuki Udon ist eine lokale Kette von Udon-Läden. Spottbillig und Do-It-Yourself:





Dann nur kurz an der Kasse bezahlen (770 Yen, ein Witz) und…

Shikoku Mura
Ich habe aber nicht nur meine Reise von 2014 wiederholt, sondern auch noch eine weitere Sehenswürdigkeit angesehen, die wir damals nicht geschafft (oder auch nur auf dem Radar) hatten: Shikoku Mura. Das ist ein Freilichtmuseum, wo alte historische Häuser sowie Werkstätten von der Insel Shikoku bewahrt werden.
Sehr interessant! Allerdings die am wenigsten barrierefreie Sehenswürdigkeit aller Zeiten. Nicht nur haben sie das Ganze an einen Berg gelegt, so dass man ständig hoch- und runterklettern muss (das ist handelsüblich in Japan, auf ebener Fläche würde man lieber ein Reisfeld haben), sondern die Wege sind auch überall aus grobem Naturstein wo man sich prima den Knöchel verknacksen kann.


Hier ein paar Eindrücke:








Unter anderem haben sie da auch eine ganze historische Sojasaucen-Brauerei konserviert – Shikoku war vor dem zweiten Weltkrieg und der danach einsetzenden Massenproduktion ein Zentrum der Sojasaucen-Braukunst. Und dank eines leerreichen Videos weiß ich jetzt auch, wie Sojasauce hergestellt wird, inkl. zehnmonatiger Fermentation. Hier die Bilder dazu:








Okayama
Danach bin ich zurück zum Bahnhof und von dort zurück nach Okayama. Dort wiederum hatte ich Zeit, mir noch den Koraku-en anzusehen. Der ist kleiner als und für mich nicht ganz so schön wie der Ritsurin, aber er hat als einziger der großen Gärten eine Burg. Ein Nachbau zwar, aber als Backdrop für die Fotos ist das eine tolle Sache.
Koraku-en









Dann wieder zum Bahnhof Okayama für die Rückfahrt nach Osaka. Ab heute sind alle Nozomi-Shinkansen (die schnellsten) nur mit Sitzplatzreservierung in Antizipation von Neujahr und ich hatte keinen Bock, mich dafür anzustellen. Also habe ich einen Hikari-Shinkansen mit fast doppelter Fahrzeit genommen (macht mehr Halte), aber das gab mir Zeit für die Bildbearbeitung.

Das war jetzt schon eine ganze Menge Aktion für einen Tag, zumal gerade die Sights in Takamatsu nicht gerade nebeneinander liegen. Wie habe ich das geschafft? Ganz einfach: Taxis. Für die großen Strecken (also Okayama-Takamatsu und zurück) nahm ich natürlich den Zug, aber für alles andere habe ich mich vom Taxi kutschieren lassen. Nicht ganz billig, aber auch nicht prohibitiv teuer und mit Uber kann man sich zuverlässig ein Taxi rufen, auch ins off z.B. nach Shikoku Mura. Sehr praktisch.
Essen
Das Dormy Inn in Okayama hatte nicht nur einen sehr schönen Onsen, sondern auch ein sehr gutes Frühstück (wenngleich nicht so spektakulär wie das Dormy Inn in Aomori, wo ich Anfang des Jahres war):


Mittagessen war Udon, s. oben. Abends war ich dann wieder beim Kura Sushi in Osaka – wenn ich fix und fertig bin, ist das immer eine gute Lösung:




Aber auch mein Hotel in Osaka hat ein gutes Frühstück. Der Clou ist das frische Seafood!
