27.12.2025 – Minoo Park, Ramen Expo, Shinsekai

Heute bin ich dann tatsächlich mal in Osaka geblieben, wobei das erste Ziel mich schon in einen der Vororte führte. Dort liegt der Minoo Park, ein Naherholungsgebiet, das vor allem im Herbst für seine bunten Blätter beliebt ist. Die Momiji-Zeit ist leider vorbei, aber für eine schöne und zeitlich begrenzte Wanderung ist der Park allemal gut.

Dort fährt man mit der Hankyu Line hin. Das ist eine Privatbahn, die 1910 ihren Betrieb aufnahm. Die Züge wirken eleganter als die von JR West.

Das hat seinen Grund: der Gründer der Hankyu-Eisenbahn wollte seine Investition voranbringen. Daher baute er Wohnviertel entlang der Linie, er baute ein Kaufhaus am Bahnhof Umeda (Osaka) und er baute in Takarazuka ein Musical-Theater. Diese Takarazuka Revue gibt es bis heute und erfreut sich größter Beliebtheit, denn alle Rollen werden von Frauen gespielt. Insbesondere die Schauspielerinnen, die die männlichen Hauptrollen übernehmen, sind große Stars. Natürlich wäre ich auch gerne ins Theater, aber das sollte nicht sein. Das neue Stück läuft erst am Neujahrstag an. Tickets für den 1./2. Januar gab es schon nicht mehr, als der Kauf für Ausländer möglich wurde. Für den 3. Januar hätte ich welche bekommen, aber da sitze ich schon im Zug nach Tokio. Schade, aber kein Beinbruch.

Aber so wird mir das Stück „The Wand’rin Stars“ über Mods versus Rocker in Brighton (kein Witz!) vorenthalten bleiben.

Minoo Park

Also stattdessen in den Minoo Park. Dafür, dass der an einem Berg liegt (logisch) ist der Weg super-barrierefrei, bis auf die letzten 200 Meter (dazu mehr beim Bild) und landschaftlich sehr hübsch.

Der Gullydeckel zeigt, wofür der Minoo Park berühmt ist: Herbstblätter und Wasserfall.

Auf dem Weg liegt der Ryuan-ji, ein hübscher Tempel:

Wie gesagt ging der Wanderweg zwar bergauf, was aber ansonsten super gepflastert und bequem. Nur auf den letzten 200 Metern vor dem Wasserfall musste man auf einen wesentlich unwegsameren Pfad ausweichen.

Der Grund: das Geschäft / Restaurant kurz vor dem Wasserfall ist Ende November abgebrannt.

Dem Wasserfall ist aber nichts passiert.

Auf dem Weg nach unten war ich noch im Minoo Insektarium. Dort haben sie einige spektakulär riesige Käfer (sowohl lebende als auch konservierte) und eine Schmetterlingsvoliere.

Sehr schön: dieser „Weihnachtsbaum“ ist mit sich verpuppenden Schmetterlingen geschmückt.

Osaka Ramen Expo 2025

Danach bin ich zum Weltausstellungspark gefahren. Nicht dem von 2025, da wissen sie noch nicht so recht, was sie mit dem Gelände machen. Sondern dem von 1970.

Allerdings nicht, um den „Sonnenturm“ zu fotografieren.

Sondern für:

Die Osaka Ramen Expo 2025, die größte Nudelsuppenmesse der Welt!

Obwohl Mittagessenszeit war, war noch nicht soviel los. Vielleicht sind nachmittags oder abends mehr Leute da. Nachmittags wäre noch ein Cosplay-Event gewesen, das hätte mich schon gereizt, aber nicht um drei Stunden da rumzuhängen.

Das System war etwas seltsam: man musste sich am Eingang Tickets für Ramen kaufen, soweit klar. An den Ständen selbst konnte bzw. musste man sich dann aber Toppings aussuchen und vor Ort bar bezahlen. Nicht gerade effizient, aber bei noch relativ wenigen Besuchern auch unproblematisch.

Hier nun meine Ausbeute:

Ramen mit Sardinenbrühe aus Aomori, mit Chashu (Schweinefleisch), Tsukune (Hackbällchen), Menma (Bambussprossen), Ei und Wakame.
„Super-Salz“ Ramen (also mit Salz anstatt Miso o.ä. gewürzt) mit Chashu, Ri, Kohlstreifen, Chilifäden, Koriander und Nori.

Glücklicherweise waren die Portionen kleiner als normal, so dass ist eben zwei essen konnte. Lecker!

Danach bin ich erstmal zurück ins Hotel für eine kurze Siesta und Wäschewaschen. Der Jetlag ist nach einer Woche nun weitgehend überwunden, hurra!

Shinsekai

Nur eine U-Bahnstation entfernt von meinem Hotel ist das Ausgehviertel Shinsekai („Neue Welt“), wo die Zukunft schon heute schon vorbei ist (mit Entschuldigung an Dr. Bunsen Honeydew und Beaker). Das Viertel wurde vor ca. 100 Jahren erbaut, zu den Hochzeiten von „Greater Osaka“ als eine Art Coney Island. Entsprechend dreht sich hier alles um drei Dinge: Essen, Trinken und interessanterweise Schießbuden (mit Luftgewehr, Shuriken und Pfeil und Bogen, letztere wahrscheinlich für die Touris). Alles sehr familienfreundlich, das ist kein Rotlichtviertel, und selbst Pachinko habe ich nicht gesehen, außer ganz am Eingangsbereich. Hier muss man definitiv nach Einbruch der Dunkelheit hin, sonst sieht alles wahrscheinlich ziemlich dröge aus. Ich war sehr früh am Samstagabend dort (ca. 17.30 Uhr) und in den zentralsten Gassen war schon einiges los, aber sobald man auch nur einmal abbog wurde es wesentlich ruhiger.

Wahrzeichen des Viertel ist der Tsutenkaku-Turm.

Hier eine der unzähligen Schießbuden, mit Pfeil und Bogen.

Mit meinen Schießkünsten ist es nicht weit her, also bin ich lieber Essen gegangen.

Besondere Spezialittät: Kushikatsu-Spieße aus paniertem und frittierten Gemüse oder Fleisch, die man ein eine Würzsauce taucht. Soll nochmal einer sagen, japanische Küche seit gesund.
Da muss man mit Kohl und Gurken Gegenarbeit leisten.
Dann geht auch noch frittierter Oktopus!

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