15. September 2025 – Le Marais und Museum des Nationalarchivs

Le Marais

Das Stadtviertel Marais habe ich mit einer Walking Tour erkundet. Die Gegend hat ein gewisses Altstadt-Feeling, hier hat der Baron Haussmann nicht alles standardisiert und modernisiert. Gleichzeitig gibt es reichlich herrschaftliche Häuser, aber eben auch kleinere Gassen und alte Wohnviertel, für die es sowohl in den 1920er als auch den 1960er Jahren Abrisspläne gab, die aber nicht realisiert wurden. Entsprechend das Flair der Gegend, die auch das historische jüdische Viertel beinhaltet und heutzutage auch viel LGBTQ.

Hier einfach mal ein paar Fotos:

Das Hôtel de Sens, ursprünglich das Stadthaus des Erzbischofs, heute eine (Montags geschlossene) Bibliothek.
Spuren der Julirevolution von 1830.
Die Jesuitenkirche St-Paul-St-Louis

Das Hôtel de Sully (nicht zu verwechseln mit dem Pavillon Sully im Louvre), heutzutage Sitz der französischen Monumenteverwaltung.
Mit eigener Orangerie.
Place des Vosges, ursprünglich Residenzen für die zahmen Adeligen, vor allem wenn der Bourbonen-König gerade mal in Paris war. Später wohnt Victor Hugo in einem der Häuser.

Musée des Archives Nationales – Hôtel de Soubise

Das französische Nationalarchiv hat ein eigenes Museum, untergebracht im Hôtel de Soubise, dem Stadtpalais der Fürsten von Soubise. Drin findet man sowohl ziemlich spektakuläre Dokumente als auch fürstlich ausgestattete Räumlichkeiten. Laut Tini ist dies auch die Geburtsstätte des Rokoko.

Hübsch ist es allemal.
Der Ausgang in den ersten Stock war aber geschlossen, dort wird eine neue Ausstellung vorbereitet. Mit einer Führung kam ich trotzdem in einige Räume, allerdings war die Führung en francais très rapide, so dass ich nicht viel verstanden habe und Google war auch keine große Hilfe.

Für mich waren die Exponate von historischen Dokumenten spannender, allerdings waren sie gerne mal nur auf Französisch beschriftet.

Insbesondere diese Karte von Louisiana 1740(!), wo man mit Mühe New Orleans ausmachen kann (das Dorf wenn man das I von Mexique nach oben verlängert). Dafür sind die Lande der Chickasaw und Choctaw recht klar gekennzeichnet.

Übrigens: „Ballhaus“ bezieht sich hier nicht auf einen Tanzsaal, sondern auf das „Ballspielhaus“, also den Proto-Tennisplatz von Versailles, wo man normalerweise dem Jeu de paume frönte, wo sich nun aber die Repräsentanten des Dritten Stands schworen, nicht auseinanderzugehen, bevor sie Frankreich eine Verfassung gegeben hätten. Das war einer der Startpunkte der Revolution.

Und nun ein Insider für meine Gemini-Kampagne: der Flug-Stein 2.0!

Die Bastille

Nun ist der französische Nationalfeiertag ja der 14. Juli, im Gedenken an den Sturm auf die Bastille 1789. Nun liegt es in der revolutionären Natur der Sache, dass von diesem Gefängnis (in dem nur wenige einsaßen) nicht viel übrig blieb.

Vor Ort gibt es nur diese Säule zum Gedenken.
Gegenüber die ziemlich hässliche moderne Nationaloper. Kein Ersatz für den Palis Garnier!

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